Psychotherapie bei Lebenskrisen, Selbstwert- und Identitätsfragen

Manchmal verändern sich Lebensumstände, Sicherheiten oder der Blick auf sich selbst. Lebenskrisen, Selbstzweifel oder Orientierungslosigkeit können Fragen aufwerfen, für die es nicht sofort eine Antwort gibt – und den Wunsch entstehen lassen, sich selbst und die eigene Situation besser zu verstehen.

Worum geht es auf dieser Seite?

Manchmal gibt es einen konkreten Auslöser – etwa einen Verlust, eine Trennung oder eine größere Veränderung. Manchmal sind es Selbstzweifel, Schwierigkeiten mit den eigenen Grenzen oder das Gefühl, nicht recht zu wissen, wie es weitergehen soll. Und manchmal entsteht einfach zunehmend der Eindruck, dass etwas im eigenen Leben nicht mehr stimmig ist.

Der Wunsch nach mehr Sicherheit, Orientierung oder einem besseren Umgang mit sich selbst kann ein Anlass sein, sich Unterstützung zu suchen. Dabei kann es hilfreich sein, das eigene Erleben und die eigenen Bedürfnisse genauer wahrzunehmen, Zusammenhänge besser zu verstehen und wieder mehr Klarheit darüber zu gewinnen, was einem selbst wichtig ist und wie es weitergehen kann.

Inhaltsverzeichnis

Wie sich diese Themen zeigen können

Lebenskrisen, Selbstzweifel oder Orientierungslosigkeit können sehr unterschiedlich erlebt werden. Nicht alles muss gleichzeitig zutreffen – manchmal steht ein konkretes Ereignis im Vordergrund, manchmal eher das Gefühl, mit sich selbst oder dem eigenen Leben nicht mehr ganz im Einklang zu sein.

Auch die Gründe, sich Unterstützung zu wünschen, können entsprechend verschieden sein. Die folgenden Beispiele zeigen einige Situationen und Erfahrungen, die mit Lebenskrisen, Selbstwert und dem eigenen Selbstverständnis verbunden sein können.

Ein Verlust, eine Trennung oder ein anderer Einschnitt kann vieles verändern, was zuvor selbstverständlich war. Neben der unmittelbaren Belastung können auch Zukunftsvorstellungen, Beziehungen oder die eigene Rolle im Leben plötzlich unsicher werden.

Manchmal fehlt eine klare Vorstellung davon, wie es weitergehen soll. Entscheidungen fallen schwer oder die bisherige Richtung fühlt sich nicht mehr passend an. Es kann der Wunsch entstehen, wieder mehr Klarheit über die eigenen Wünsche und nächsten Schritte zu gewinnen.

Sich häufig infrage zu stellen, sich mit anderen zu vergleichen oder das Gefühl zu haben, nicht zu genügen, kann belastend sein. Der eigene Wert kann dabei stark davon abhängen, wie andere einen sehen, was man leistet oder ob man Erwartungen erfüllt.

Im Laufe des Lebens entstehen viele Vorstellungen davon, wie man sein oder was man leisten sollte. Eigene Wünsche und äußere Erwartungen können dabei schwer auseinanderzuhalten sein – besonders dann, wenn Anerkennung oder Zugehörigkeit daran geknüpft erscheinen, eine bestimmte Rolle zu erfüllen.

Bestimmte Themen faszinieren Sie so sehr, dass Sie sich stunden- oder tagelang damit beschäftigen können. Dieses intensive Interesse ist oft eine große Freude und kann zu einem beeindruckenden Fachwissen führen.

Nicht immer braucht es eine akute Krise. Manchmal entsteht der Wunsch, das eigene Leben bewusster zu gestalten, alte Muster zu hinterfragen oder sich selbst besser kennenzulernen. Auch der Wunsch nach Veränderung kann ein Anlass für Psychotherapie sein.

Lebenskrisen, Verluste und Veränderungen

Manche Veränderungen treffen uns unerwartet, andere zeichnen sich schon länger ab. Verluste und Umbrüche können bisherige Sicherheiten infrage stellen und dazu führen, dass sich das eigene Leben plötzlich anders anfühlt als zuvor.

Eine Lebenskrise kann viele Auslöser haben: den Tod eines nahestehenden Menschen, eine Trennung, den Verlust des Arbeitsplatzes, eine Erkrankung oder eine andere größere Veränderung. Aber nicht immer lässt sich eine Krise an einem einzelnen Ereignis festmachen. Manchmal entsteht über längere Zeit das Gefühl, dass die bisherige Lebenssituation nicht mehr passt oder etwas, das lange Halt gegeben hat, an Bedeutung verliert.

Solche Erfahrungen können weit über die unmittelbare Belastung hinausgehen. Mit einem Verlust oder einer Veränderung können sich auch vertraute Rollen, Beziehungen, Zukunftsvorstellungen und das eigene Selbstverständnis verändern. Fragen wie „Wie soll es weitergehen?“, „Was gibt mir jetzt Halt?“ oder „Was ist mir eigentlich wichtig?“ können dadurch stärker in den Vordergrund rücken.

Wie belastend eine Situation erlebt wird, ist dabei sehr individuell. Nicht das Ereignis allein entscheidet darüber, was es für einen Menschen bedeutet. Auch die persönliche Geschichte, die eigenen Beziehungen und das, was verloren geht oder sich verändert, spielen eine Rolle.

Selbstwert und der Umgang mit sich selbst

Wie wir über uns selbst denken und mit uns umgehen, beeinflusst viele Bereiche unseres Lebens. Selbstwert zeigt sich dabei nicht nur darin, ob wir uns selbst mögen, sondern besonders darin, wie wir uns begegnen, wenn etwas nicht gelingt, wir uns unsicher fühlen oder Kritik erfahren.

Ein unsicherer Selbstwert kann sich beispielsweise in häufigen Selbstzweifeln, starken Vergleichen mit anderen oder hohen Ansprüchen an sich selbst zeigen. Fehler oder Kritik werden dann möglicherweise schnell als persönliches Versagen erlebt. Anerkennung, Leistung oder die Rückmeldung anderer können großen Einfluss darauf bekommen, wie man sich selbst wahrnimmt und bewertet.

Dabei können sich über die Zeit Vorstellungen darüber entwickeln, wie man sein muss, um gut genug, erfolgreich oder liebenswert zu sein. Diese Vorstellungen sind nicht immer bewusst und können sich auch widersprechen: den eigenen Ansprüchen gerecht werden, niemanden enttäuschen, funktionieren und gleichzeitig den eigenen Bedürfnissen entsprechen.

Ein stabileres Selbstwertgefühl bedeutet dabei nicht, immer von sich überzeugt oder frei von Selbstzweifeln zu sein. Vielmehr kann es darum gehen, sich selbst auch mit Unsicherheiten, Fehlern und unterschiedlichen Seiten anzunehmen und den eigenen Wert nicht ausschließlich davon abhängig zu machen, was man leistet oder wie andere einen beurteilen.

Eigene Bedürfnisse wahrnehmen und Grenzen setzen

Die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und Grenzen zu setzen, kann besonders dann schwierig sein, wenn die Wünsche und Erwartungen anderer viel Gewicht bekommen. Sich abzugrenzen bedeutet dabei nicht, andere weniger wichtig zu nehmen, sondern auch den eigenen Bedürfnissen Raum zu geben.

Manchen Menschen fällt es schwer, Nein zu sagen, um Hilfe zu bitten oder auszusprechen, wenn ihnen etwas zu viel wird. Vielleicht besteht die Sorge, andere zu enttäuschen, egoistisch zu wirken oder Ablehnung und Konflikte auszulösen. So kann es passieren, dass eigene Bedürfnisse immer wieder zurückgestellt werden – manchmal so selbstverständlich, dass sie selbst nur noch schwer wahrzunehmen sind.

Grenzen sind dabei nicht für jeden Menschen und in jeder Situation gleich. Was sich stimmig anfühlt, hängt von den eigenen Bedürfnissen, Beziehungen und der jeweiligen Situation ab. Auch deshalb geht es nicht einfach darum, häufiger Nein zu sagen oder sich stärker durchzusetzen, sondern zunächst wahrzunehmen, wo die eigenen Grenzen überhaupt liegen.

Die eigenen Bedürfnisse deutlicher zu erkennen und ihnen Bedeutung zu geben, kann auch den Umgang mit anderen verändern. Abgrenzung und Verbundenheit müssen dabei kein Widerspruch sein: Beziehungen können ebenso davon profitieren, wenn Wünsche, Möglichkeiten und Grenzen klarer wahrgenommen und ausgedrückt werden.

Orientierung finden, wenn die Richtung fehlt

Nicht immer ist klar, was man möchte oder welcher nächste Schritt der richtige ist. Orientierungslosigkeit kann entstehen, wenn bisherige Ziele, Vorstellungen oder Lebensentwürfe nicht mehr passen – oder wenn die eigenen Wünsche zwischen vielen Möglichkeiten und Erwartungen schwer zu erkennen sind.

Manchmal stehen konkrete Entscheidungen im Vordergrund: Soll ich beruflich etwas verändern? Möchte ich eine Beziehung weiterführen? Wie möchte ich mein Leben in Zukunft gestalten? In anderen Situationen ist die Unsicherheit weniger greifbar. Es kann das Gefühl entstehen, nicht recht zu wissen, was man eigentlich möchte, obwohl nach außen vielleicht vieles funktioniert.

Dabei können eigene Wünsche mit den Erwartungen anderer, vertrauten Rollen oder Vorstellungen davon, wie das eigene Leben aussehen sollte, zusammenkommen. Gerade dann kann es schwierig werden zu unterscheiden: Was ist mir selbst wichtig? Was passt zu mir? Und woran möchte ich mich orientieren?

Orientierung bedeutet nicht unbedingt, für jede Frage eine eindeutige oder endgültige Antwort zu finden. Sie kann auch daraus entstehen, die eigenen Werte, Bedürfnisse und Vorstellungen klarer wahrzunehmen und Entscheidungen zunehmend auf dieser Grundlage treffen zu können.

Wie Psychotherapie unterstützen kann

Psychotherapie kann einen geschützten Raum bieten, um sich mit belastenden Veränderungen, Selbstzweifeln oder fehlender Orientierung auseinanderzusetzen. Dabei kann es darum gehen, sich selbst und das eigene Erleben besser zu verstehen und neue Perspektiven zu entwickeln.

In der personzentrierten Psychotherapie stehen Ihr persönliches Erleben und Ihre individuelle Situation im Mittelpunkt. Es geht nicht darum, von außen vorzugeben, wie Sie mit einer Lebenskrise umgehen, welche Entscheidung Sie treffen oder wie Sie Ihr Leben gestalten sollten. Gemeinsam kann vielmehr betrachtet werden, was Sie beschäftigt, was Ihnen fehlt und was Sie für sich verändern möchten.

Im therapeutischen Prozess können Gefühle, Bedürfnisse, persönliche Werte und bisherige Erfahrungen verständlicher werden. Auch wiederkehrende Muster – etwa starke Selbstkritik, die Orientierung an den Erwartungen anderer oder Schwierigkeiten, eigene Grenzen wahrzunehmen – können deutlicher sichtbar werden.

So kann nach und nach mehr Klarheit darüber entstehen, was zu Ihnen passt, was Ihnen wichtig ist und wie Sie mit schwierigen Situationen umgehen möchten. Psychotherapie kann dabei unterstützen, mehr Vertrauen in die eigene Wahrnehmung zu entwickeln, neue Handlungsmöglichkeiten zu entdecken und Veränderungen zu finden, die sich für Sie stimmig anfühlen.

Häufige Fragen (FAQ)

Fragen zu Lebenskrisen, Selbstwert und persönlicher Orientierung lassen sich nicht immer allgemein beantworten. Hier finden Sie Antworten auf einige Fragen, die im Zusammenhang mit diesen Themen häufig entstehen.

Von einer Lebenskrise kann gesprochen werden, wenn bisherige Möglichkeiten, mit einer belastenden Situation umzugehen, nicht mehr ausreichend erscheinen. Auslöser können etwa Verluste, Trennungen oder größere Veränderungen sein. Eine Krise kann sich aber auch schleichend entwickeln, ohne dass es ein einzelnes auslösendes Ereignis gibt.

Wie eine Situation erlebt wird und wann sie als Krise empfunden wird, ist individuell. Entscheidend ist daher nicht allein, was passiert ist, sondern welche Bedeutung die Situation für die betroffene Person hat.

Es gibt keinen bestimmten Zeitpunkt oder Schweregrad, ab dem eine Lebenskrise „groß genug“ für Psychotherapie ist. Unterstützung kann sinnvoll sein, wenn Sie sich durch eine Situation belastet fühlen, Orientierung suchen oder sich mit dem Erlebten nicht allein auseinandersetzen möchten.

Auch wenn Sie nach außen weiterhin Ihren Alltag bewältigen, kann Psychotherapie dabei unterstützen, die eigene Situation besser zu verstehen und neue Möglichkeiten im Umgang damit zu entwickeln.

Ein geringer Selbstwert kann sich beispielsweise durch häufige Selbstzweifel, starke Selbstkritik oder eine große Abhängigkeit von Anerkennung zeigen. In der Psychotherapie können Sie sich damit auseinandersetzen, wie Sie sich selbst wahrnehmen und bewerten und welche Erfahrungen diese Sicht auf sich selbst geprägt haben.

Dabei geht es nicht darum, sich einzureden, dass man „gut genug“ ist. Vielmehr kann sich im therapeutischen Prozess ein verständnisvollerer und wertschätzenderer Umgang mit sich selbst entwickeln.

Dafür kann es sehr unterschiedliche Gründe geben. Vielleicht besteht die Sorge, andere zu enttäuschen, Konflikte auszulösen oder zurückgewiesen zu werden. Manchmal wurden die Bedürfnisse anderer auch über lange Zeit so selbstverständlich berücksichtigt, dass die eigenen Grenzen und Bedürfnisse nur schwer wahrnehmbar geworden sind.

Psychotherapie kann dabei Raum geben, diese Zusammenhänge besser zu verstehen und herauszufinden, welche Form von Abgrenzung sich für Sie persönlich stimmig anfühlt.

Orientierungslosigkeit kann besonders dann entstehen, wenn bisherige Ziele oder Vorstellungen nicht mehr passen oder eigene Wünsche und die Erwartungen anderer schwer auseinanderzuhalten sind. Es kann hilfreich sein, zunächst genauer wahrzunehmen, was Ihnen wichtig ist, welche Bedürfnisse Sie haben und wodurch Ihre bisherigen Entscheidungen geprägt wurden.

Nicht immer entsteht daraus sofort eine eindeutige Antwort. Mehr Klarheit über die eigenen Werte und Bedürfnisse kann jedoch dabei helfen, eine Richtung zu entwickeln, die stärker den eigenen Vorstellungen entspricht.

Der nächste Schritt

Wenn Sie sich in einer Lebenskrise befinden, häufig an sich selbst zweifeln oder sich mehr Klarheit und Orientierung wünschen, kann Psychotherapie einen Raum bieten, sich mit dem auseinanderzusetzen, was Sie gerade beschäftigt. In einem Erstgespräch können wir gemeinsam schauen, ob eine Zusammenarbeit für Sie passend sein könnte.

Kontaktinfo

Andreas Rudolf, BA 
Psychotherapeut in Fachausbildung unter Lehrsupervision

Praxisadresse
Stuwerstraße 23 / Top 38, 1020 Wien

E-Mail
praxis@psychotherapie-rudolf.at

Tel.
0677 6114 6304

Learn how we helped 100 top brands gain success

Cookie Consent Banner von Real Cookie Banner