Stress und Überforderung – Psychotherapie in 1020 Wien

Stress ist eine natürliche Reaktion auf Belastungen und gehört zum Leben dazu. Problematisch kann er werden, wenn Belastungen über längere Zeit bestehen und Erholung zunehmend schwerfällt. Anhaltender Stress kann sich sowohl psychisch als auch körperlich bemerkbar machen und dazu führen, dass selbst alltägliche Anforderungen zunehmend als Überforderung erlebt werden.

Worum geht es auf dieser Seite?

Stress und Überforderung können sich im Alltag auf sehr unterschiedliche Weise zeigen. Auf dieser Seite möchte ich einige typische Erfahrungen und Zusammenhänge näher beschreiben – von ersten Anzeichen und körperlichen Beschwerden bis hin zu Leistungsdruck, Erschöpfung und der Frage, wie Psychotherapie unterstützen kann.

Dabei geht es nicht darum, jede Belastung als problematisch einzuordnen. Vielmehr soll die Seite dabei helfen, das eigene Erleben besser zu verstehen und mögliche Warnsignale frühzeitig wahrzunehmen.

Inhaltsverzeichnis

Wenn der Alltag dauerhaft zu viel wird

Stress zeigt sich nicht immer sofort als solcher. Manchmal verändert sich zunächst nur das Gefühl für den eigenen Alltag: Dinge kosten mehr Kraft, die Gedanken bleiben länger bei unerledigten Aufgaben oder die eigene Belastbarkeit scheint geringer zu werden. Oft sind es viele kleine Veränderungen, an denen deutlich wird, dass die eigenen Kräfte zunehmend beansprucht sind.

Sie stehen morgens auf und fühlen sich bereits erschöpft, obwohl der Tag noch gar nicht richtig begonnen hat. Selbst nach ausreichend Schlaf fehlt manchmal das Gefühl, wirklich erholt zu sein.

Sie liegen abends im Bett und möchten eigentlich schlafen, doch die Gedanken laufen weiter. Oder Sie wachen mitten in der Nacht auf und beginnen über den nächsten Tag, ein Gespräch oder unerledigte Aufgaben nachzudenken – und finden nur schwer wieder in den Schlaf.

Kleinigkeiten, die Sie normalerweise kaum stören würden, lösen plötzlich starke Reaktionen aus. Sie werden schneller gereizt, wütend oder traurig und fragen sich manchmal selbst, warum Sie gerade so heftig reagieren.

Sie lesen denselben Absatz mehrmals, vergessen einen Termin oder verlieren mitten in einer Aufgabe den Faden. Sich auf eine Sache zu konzentrieren wird schwieriger, weil gedanklich bereits vieles gleichzeitig präsent ist.

Ein Gespräch vom Vormittag beschäftigt Sie am Abend noch immer. Sie gehen Situationen wieder und wieder durch, überlegen, was Sie anders hätten machen können oder denken bereits an Probleme, die vielleicht erst morgen entstehen könnten.

Ein zusätzlicher Termin, eine unerwartete Nachricht oder etwas, das nicht wie geplant funktioniert – und plötzlich fühlt sich alles zu viel an. Nicht unbedingt die einzelne Situation ist das Problem, sondern all das, was vorher schon da war.

Ein Treffen mit Freund:innen, Sport oder etwas, worauf Sie sich normalerweise freuen, fühlt sich plötzlich nach zusätzlicher Anstrengung an. Vielleicht sagen Sie häufiger ab oder wünschen sich einfach nur, dass einmal niemand etwas von Ihnen braucht.

Sie gehen arbeiten, erledigen Ihre Aufgaben und kümmern sich um das, was getan werden muss. Nach außen ist vielleicht kaum zu erkennen, wie viel Kraft das inzwischen kostet. Pausen werden verschoben und eigene Bedürfnisse zurückgestellt – Hauptsache, es funktioniert weiter.

Wie Stress entsteht – und warum er irgendwann nicht mehr einfach verschwindet

Stress versetzt Körper und Psyche in erhöhte Bereitschaft. Kurzfristig kann das dabei helfen, Anforderungen zu bewältigen und schnell zu reagieren. Entscheidend wird jedoch, ob auf Phasen der Anspannung auch ausreichend Erholung folgt.

Wenn eine Situation als herausfordernd oder belastend erlebt wird, reagiert der Körper innerhalb kurzer Zeit. Das Nervensystem wird aktiviert und Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet. Herzschlag und Atmung können sich beschleunigen, die Aufmerksamkeit richtet sich stärker auf die aktuelle Herausforderung und der Körper stellt Energie bereit. Für eine begrenzte Zeit ist diese Stressreaktion durchaus hilfreich.

Dabei muss Stress nicht nur durch außergewöhnliche Ereignisse entstehen. Auch viele kleinere Anforderungen können sich über den Tag hinweg summieren: Zeitdruck am Morgen, eine volle U-Bahn, zahlreiche Nachrichten und E-Mails, Verantwortung im Beruf, ein Konflikt zu Hause oder die gedankliche Beschäftigung mit Dingen, die noch erledigt werden müssen. Nicht immer ist die einzelne Belastung entscheidend – sondern wie viel insgesamt zusammenkommt.

Problematisch kann es werden, wenn auf diese Aktivierung immer seltener echte Erholungsphasen folgen. Der Arbeitstag ist vielleicht beendet, gedanklich beschäftigt man sich aber weiterhin mit Problemen. Das Wochenende wäre eigentlich frei, ist jedoch bereits mit Verpflichtungen gefüllt. Selbst beim Ausruhen fällt es schwer, innerlich zur Ruhe zu kommen. Der Körper bekommt dadurch immer weniger Gelegenheit, aus der anhaltenden Anspannung herauszufinden.

Wie belastend eine Situation erlebt wird, hängt außerdem nicht allein davon ab, wie viel objektiv zu tun ist. Auch die eigene Bewertung spielt eine Rolle: Habe ich das Gefühl, die Situation bewältigen zu können? Kann ich Einfluss nehmen? Habe ich ausreichend Zeit, Unterstützung und Möglichkeiten zur Erholung? Deshalb können dieselben Anforderungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten auch unterschiedlich belastend erlebt werden.

Hält dieser Zustand über längere Zeit an, kann sich Stress zunehmend auf verschiedene Bereiche des Lebens auswirken. Schlaf, Konzentration, Stimmung und körperliches Wohlbefinden können darunter leiden. Gleichzeitig stehen dadurch oft weniger Ressourcen zur Verfügung, um mit neuen Anforderungen umzugehen. So kann ein Kreislauf entstehen, in dem Belastung und fehlende Erholung einander zunehmend verstärken.

Wenn Stress körperlich spürbar wird

Anhaltender Stress spielt sich nicht nur im Kopf ab. Wenn der Körper über längere Zeit in erhöhter Bereitschaft bleibt, kann sich das auf unterschiedliche körperliche Funktionen auswirken. Manchmal sind es gerade diese Beschwerden, durch die die eigene Belastung erstmals deutlich wahrgenommen wird.

Stress beeinflusst viele Prozesse im Körper gleichzeitig. Bleibt das Nervensystem über längere Zeit aktiviert, kann beispielsweise die Muskelspannung erhöht bleiben, der Schlaf leichter gestört werden oder die Verdauung empfindlicher reagieren. Auch Herzschlag und Atmung können sich verändern. Beschwerden entstehen deshalb nicht nur „eingebildet“ oder weil man zu viel über die eigene Belastung nachdenkt – psychische Anspannung kann ganz reale körperliche Reaktionen hervorrufen.

Typisch können beispielsweise Verspannungen, Kopf- oder Rückenschmerzen, Schlafprobleme, Magen-Darm-Beschwerden, Herzklopfen, innere Unruhe oder anhaltende Müdigkeit sein. Manche Menschen bemerken auch Veränderungen des Appetits oder fühlen sich körperlich ständig angespannt. Welche Beschwerden auftreten und wie stark sie ausgeprägt sind, kann sehr unterschiedlich sein.

Besonders der Schlaf kann dabei Teil eines Kreislaufs werden. Stress erschwert möglicherweise das Einschlafen oder führt dazu, dass man nachts aufwacht und nur schwer wieder zur Ruhe findet. Am nächsten Tag fehlen dadurch Energie und Erholung. Die Belastbarkeit sinkt, die Konzentration fällt schwerer und die eigene Geduld kann schneller erschöpft sein. Neue Anforderungen werden dadurch wiederum belastender erlebt – was die Anspannung zusätzlich verstärken kann.

Körperliche Beschwerden können gleichzeitig viele unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb ist es wichtig, neue, anhaltende oder ausgeprägte Symptome nicht vorschnell auf Stress zurückzuführen, sondern gegebenenfalls medizinisch abklären zu lassen. Eine körperliche Ursache und psychische Belastung schließen sich dabei auch nicht gegenseitig aus.

Wenn medizinisch keine ausreichende körperliche Erklärung gefunden wird oder deutlich wird, dass Beschwerden in belastenden Phasen stärker auftreten, kann es hilfreich sein, auch die eigene Stressbelastung genauer anzusehen. Dabei geht es nicht darum, körperliche Symptome als „nur psychisch“ abzutun, sondern Körper und Psyche als miteinander verbunden zu verstehen.

Wenn Abschalten nicht mehr gelingt

Erholung beginnt nicht automatisch in dem Moment, in dem eine Belastung endet. Manchmal ist der Arbeitstag längst vorbei oder endlich ein freier Abend da – und trotzdem bleibt der Kopf beschäftigt. Gedanken kreisen weiter, innere Anspannung bleibt bestehen und wirkliche Ruhe stellt sich nur schwer ein.

Gerade nach längeren Phasen von Stress kann es schwierig werden, von Anspannung auf Erholung umzuschalten. Gedanken beschäftigen sich weiterhin mit unerledigten Aufgaben, vergangenen Gesprächen oder Dingen, die in den nächsten Tagen anstehen. Obwohl gerade nichts unmittelbar erledigt werden müsste, bleibt innerlich das Gefühl bestehen, noch nicht wirklich fertig zu sein.

Dabei kann Grübeln eine besondere Rolle spielen. Situationen werden wieder und wieder durchgegangen, mögliche Probleme gedanklich vorweggenommen oder Entscheidungen immer wieder hinterfragt. Häufig entsteht dabei nicht tatsächlich mehr Klarheit. Die Gedanken drehen sich vielmehr im Kreis, ohne zu einer Lösung zu führen. Das kann viel Energie binden und dazu führen, dass Belastungen auch dann präsent bleiben, wenn die eigentliche Situation längst vorbei ist.

Manchmal fällt selbst das Nichtstun schwer. Ein freier Nachmittag kann Unruhe auslösen, auf der Couch entsteht plötzlich das Gefühl, eigentlich etwas erledigen zu müssen, oder im Urlaub dauert es mehrere Tage, bis überhaupt ein Gefühl von Entspannung entsteht. Erholung ist zwar zeitlich möglich, innerlich aber nur schwer zugänglich.

Hinzu kommt, dass der Versuch, Gedanken unbedingt abstellen zu wollen, häufig wenig hilfreich ist. Abschalten lässt sich nicht einfach erzwingen. Vielmehr kann es darum gehen, besser wahrzunehmen, was die innere Anspannung aufrechterhält und was tatsächlich dabei hilft, wieder zur Ruhe zu kommen.

Wenn sich Belastung immer stärker in die eigentlich freien Zeiten hineinzieht, fehlt zunehmend der Raum, in dem neue Kraft entstehen kann. Deshalb ist nicht nur entscheidend, wie viel Belastung vorhanden ist, sondern auch, ob Erholung tatsächlich noch möglich ist.

Leistungsdruck und das Gefühl, funktionieren zu müssen

Stress entsteht nicht nur durch das, was von außen verlangt wird. Auch die eigenen Ansprüche, Erwartungen und Vorstellungen davon, was man leisten oder schaffen sollte, können erheblichen Druck erzeugen. Manchmal wird dieser innere Druck so selbstverständlich, dass er kaum noch als Belastung wahrgenommen wird.

Hohe Ansprüche können grundsätzlich etwas Positives sein. Sie können motivieren, Orientierung geben und dazu beitragen, Ziele zu erreichen. Belastend wird es häufig dann, wenn das Gefühl entsteht, ständig etwas leisten zu müssen oder den eigenen Erwartungen kaum noch gerecht werden zu können. Ein Fehler, eine unerledigte Aufgabe oder ein weniger produktiver Tag können dann unverhältnismäßig viel beschäftigen.

Dabei muss Leistungsdruck nicht nur im Beruf entstehen. Auch der Haushalt soll erledigt sein, für Familie und Freund:innen möchte man da sein, Sport sollte regelmäßig stattfinden und die freie Zeit möglichst sinnvoll genutzt werden. So kann selbst Freizeit irgendwann zu einem weiteren Bereich werden, in dem Erwartungen erfüllt werden müssen.

Manche Menschen erlauben sich eine Pause erst dann, wenn alles erledigt ist. Doch gerade in belastenden Lebensphasen kommt dieser Zeitpunkt kaum noch. Auf eine Aufgabe folgt die nächste und Erholung wird immer wieder nach hinten verschoben. Selbst wenn eigentlich Zeit vorhanden wäre, kann dabei ein schlechtes Gewissen entstehen: Ich müsste doch noch etwas tun.

Hinter diesem inneren Druck können unterschiedliche Vorstellungen stehen: keine Fehler machen zu dürfen, andere nicht enttäuschen zu wollen, Verantwortung übernehmen zu müssen oder den eigenen Wert stark daran zu messen, was man leistet. Das ständige Funktionieren kann dadurch wichtiger werden als die Frage, wie es einem selbst eigentlich geht.

Langfristig kann es hilfreich sein, solche Ansprüche nicht einfach als Teil der eigenen Persönlichkeit hinzunehmen, sondern genauer zu betrachten. Es geht dabei nicht darum, weniger ambitioniert oder verantwortungsvoll zu werden. Vielmehr kann die Frage entstehen, welche Ansprüche tatsächlich zu einem selbst passen – und welche dauerhaft mehr Kraft kosten, als sie geben.

Grenzen und eigene Bedürfnisse

Wer über längere Zeit unter Stress steht, richtet die Aufmerksamkeit häufig vor allem auf das, was noch erledigt werden muss. Eigene Bedürfnisse geraten dabei leicht in den Hintergrund. Pausen, Erholung oder der Wunsch nach Unterstützung werden immer wieder auf später verschoben – bis die eigenen Grenzen irgendwann kaum noch zu übersehen sind.

Grenzen wahrzunehmen bedeutet zunächst, überhaupt zu bemerken, wann etwas zu viel wird. Das klingt selbstverständlich, ist im Alltag aber oft gar nicht so einfach. Müdigkeit wird übergangen, eine Pause noch etwas hinausgezögert oder ein voller Terminkalender als etwas betrachtet, das eben bewältigt werden muss. Häufig meldet sich der eigene Körper schon früher, als man selbst bereit ist, die Belastung ernst zu nehmen.

Hinzu kommt, dass das Wahrnehmen einer Grenze noch nicht bedeutet, sie auch nach außen vertreten zu können. Eine zusätzliche Aufgabe abzulehnen, um Unterstützung zu bitten oder eine Verabredung abzusagen kann schwerfallen – besonders wenn damit die Sorge verbunden ist, andere zu enttäuschen, unzuverlässig zu wirken oder den eigenen Ansprüchen nicht gerecht zu werden. Aus einem eigentlich notwendigen „Nein“ wird dann immer wieder ein „Ja“.

Auch die eigenen Bedürfnisse sind unter anhaltender Belastung manchmal schwerer zugänglich. Was würde mir gerade guttun? Brauche ich Ruhe, Bewegung, Unterstützung, Zeit für mich oder vielleicht gerade Kontakt zu anderen? Wer lange hauptsächlich funktioniert, stellt sich solche Fragen häufig erst dann, wenn die eigenen Reserven bereits weitgehend aufgebraucht sind.

Dabei geht es nicht darum, jede unangenehme Situation zu vermeiden oder nur noch den eigenen Bedürfnissen zu folgen. Belastungen, Verpflichtungen und Verantwortung gehören zum Leben. Entscheidend ist vielmehr, die eigenen Grenzen als wichtige Information wahrzunehmen und einen Umgang zu finden, bei dem nicht dauerhaft über sie hinweggegangen werden muss.

Eigene Bedürfnisse ernst zu nehmen und Grenzen zu setzen kann deshalb ein wichtiger Teil im Umgang mit Stress sein. Nicht unbedingt, um alle Belastungen aus dem Leben zu entfernen, sondern um zwischen dem, was notwendig ist, und dem, was auf Dauer zu viel wird, besser unterscheiden zu können.

Erschöpfung und Burnout

Erschöpfung ist eine häufige Folge länger anhaltender Belastung. Sie kann sich körperlich, emotional und gedanklich bemerkbar machen und lässt sich irgendwann nicht mehr einfach durch ein ruhiges Wochenende ausgleichen. Wenn Erholung zunehmend ausbleibt, kann es wichtig werden, die eigene Belastung genauer anzusehen.

Nach intensiven oder schwierigen Phasen erschöpft zu sein, ist zunächst nichts Ungewöhnliches. Häufig kehren Energie und Belastbarkeit zurück, sobald wieder ausreichend Ruhe und Erholung möglich sind. Besteht Stress jedoch über längere Zeit, kann sich die Erschöpfung zunehmend festsetzen. Selbst nach freien Tagen oder Urlaub entsteht dann vielleicht das Gefühl, nicht mehr richtig aufzutanken.

Dabei kann sich Erschöpfung auf unterschiedliche Bereiche auswirken. Manche Menschen fühlen sich ständig müde und kraftlos, andere erleben vor allem eine emotionale Erschöpfung. Dinge, die früher Freude gemacht haben, können gleichgültiger werden, die eigene Geduld nimmt ab und selbst kleine Anforderungen fühlen sich zunehmend mühsam an. Oft entsteht das Gefühl, nur noch von einer Verpflichtung zur nächsten zu funktionieren.

Im Zusammenhang mit länger anhaltender Belastung fällt häufig der Begriff Burnout. Gemeint ist damit nicht einfach besonders viel Stress oder eine vorübergehende Erschöpfungsphase. Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt Burnout als Folge von chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich bewältigt werden konnte. Kennzeichnend sind starke Erschöpfung, eine zunehmende innere Distanz zur Arbeit sowie das Gefühl, beruflich weniger leisten zu können.

Der Begriff Burnout bezieht sich damit ursprünglich auf den beruflichen Kontext. Ähnliche Zustände ausgeprägter Erschöpfung können jedoch auch durch andere lang andauernde Belastungen entstehen. Gleichzeitig können Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Schlafprobleme oder der Verlust von Freude auch bei anderen psychischen oder körperlichen Erkrankungen auftreten. Nicht jede länger anhaltende Erschöpfung ist deshalb automatisch ein Burnout.

Entscheidend ist weniger, möglichst schnell eine passende Bezeichnung für den eigenen Zustand zu finden. Wichtiger kann die Frage sein, wie sehr die Belastung inzwischen das eigene Leben beeinflusst und ob die bisherigen Möglichkeiten zur Erholung noch ausreichen. Wenn Erschöpfung über längere Zeit bestehen bleibt oder immer mehr Lebensbereiche beeinträchtigt, kann es sinnvoll sein, Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Wie Psychotherapie unterstützen kann

Psychotherapie kann einen Raum bieten, um die eigene Belastung genauer zu verstehen und herauszufinden, was den Stress im Alltag immer wieder entstehen oder bestehen lässt. Dabei geht es nicht darum, Belastungen vollständig zu vermeiden, sondern einen Umgang zu entwickeln, der besser zu den eigenen Bedürfnissen und Möglichkeiten passt.

Stress hat selten nur eine einzige Ursache. Gemeinsam kann betrachtet werden, welche äußeren Anforderungen und inneren Muster zur eigenen Belastung beitragen und warum bestimmte Situationen besonders viel Kraft kosten.

Unter anhaltendem Stress können Gereiztheit, Wut, Traurigkeit oder innere Unruhe stärker werden. Psychotherapie kann dabei unterstützen, diese Gefühle besser einzuordnen und zu verstehen, was sie über die eigene Belastung und die eigenen Bedürfnisse ausdrücken.

Nicht immer ist sofort spürbar, wann etwas zu viel wird. Es kann hilfreich sein, die eigenen Grenzen bewusster wahrzunehmen und nicht erst dann zu reagieren, wenn die eigenen Reserven bereits aufgebraucht sind.

Hohe Ansprüche und Verantwortungsbewusstsein können wichtige Stärken sein. Gleichzeitig kann gemeinsam betrachtet werden, wann aus dem eigenen Anspruch ein dauerhafter innerer Druck entsteht und welche Vorstellungen dahinterstehen.

Wenn Gedanken immer wieder um Probleme, Aufgaben oder mögliche Schwierigkeiten kreisen, kann es hilfreich sein, die dahinterliegenden Sorgen und Bedürfnisse genauer zu verstehen und neue Möglichkeiten im Umgang damit zu entwickeln.

Erholung bedeutet nicht nur, freie Zeit zu haben. Gemeinsam kann herausgefunden werden, was tatsächlich dabei hilft, körperlich und innerlich wieder zur Ruhe zu kommen und welche Hindernisse dem bisher im Weg stehen.

Wer lange funktioniert, verliert manchmal aus dem Blick, was er selbst eigentlich braucht. Psychotherapie kann dabei unterstützen, eigene Bedürfnisse wieder stärker wahrzunehmen und ihnen einen angemessenen Platz im Alltag zu geben.

Nicht jede Belastung lässt sich verändern. Häufig gibt es jedoch Bereiche, in denen neue Entscheidungen, andere Prioritäten oder kleine Veränderungen möglich sind. Ziel ist es, Schritt für Schritt einen Alltag zu entwickeln, der langfristig tragfähiger wird.

Psychotherapie bedeutet dabei nicht, den Autismus verändern zu wollen. Vielmehr geht es darum, die eigene Lebensqualität zu verbessern und einen Weg zu finden, der zu den persönlichen Bedürfnissen und Lebenszielen passt.

Häufige Fragen (FAQ)

Stress kann sich sehr unterschiedlich zeigen und wirft oft die Frage auf, wann eine vorübergehende Belastung zu einem größeren Problem wird. Hier finden Sie Antworten auf einige häufige Fragen rund um Stress, körperliche Beschwerden, Erschöpfung und Psychotherapie.

Stress kann sich sowohl psychisch als auch körperlich bemerkbar machen. Mögliche Anzeichen sind beispielsweise innere Unruhe, Gereiztheit, Konzentrationsprobleme, Grübeln oder das Gefühl, ständig angespannt zu sein. Auch Schlafprobleme, Erschöpfung, Verspannungen, Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden können auftreten. Welche Stresssymptome ein Mensch erlebt, ist individuell unterschiedlich. Einzelne Beschwerden müssen dabei nicht zwangsläufig durch Stress verursacht werden – insbesondere anhaltende oder ausgeprägte körperliche Symptome sollten deshalb auch medizinisch abgeklärt werden.

Ja. Anhaltender Stress kann sich auch körperlich bemerkbar machen. Wenn der Körper über längere Zeit in erhöhter Anspannung bleibt, können beispielsweise Verspannungen, Kopf- oder Rückenschmerzen, Schlafprobleme, Herzklopfen, Magen-Darm-Beschwerden oder anhaltende Müdigkeit auftreten. Körperliche und psychische Belastungen beeinflussen sich dabei gegenseitig und lassen sich nicht immer klar voneinander trennen. Wichtig ist dennoch, körperliche Beschwerden nicht automatisch auf Stress zurückzuführen. Neue, anhaltende oder ausgeprägte Symptome sollten medizinisch abgeklärt werden.

Von chronischem Stress spricht man, wenn Belastungen über einen längeren Zeitraum bestehen und ausreichende Erholungsphasen fehlen. Körper und Psyche befinden sich dadurch immer wieder oder dauerhaft in erhöhter Anspannung. Mit der Zeit können sich beispielsweise Erschöpfung, Schlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten, Gereiztheit oder körperliche Beschwerden entwickeln. Entscheidend ist dabei nicht nur, wie viele Anforderungen vorhanden sind, sondern auch, ob ausreichend Möglichkeiten zur Erholung und Entlastung bestehen. Chronischer Stress kann die Lebensqualität zunehmend beeinträchtigen und sollte ernst genommen werden.

Stress beschreibt zunächst eine Reaktion auf Anforderungen und Belastungen. Hält diese Belastung länger an und fehlen ausreichende Erholungsphasen, kann daraus eine zunehmende Erschöpfung entstehen. Betroffene fühlen sich dann beispielsweise körperlich oder emotional ausgelaugt und weniger belastbar.

Burnout bezeichnet nach der Weltgesundheitsorganisation die Folge von chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich bewältigt werden konnte. Typisch sind starke Erschöpfung, eine zunehmende innere Distanz zur Arbeit und das Gefühl verminderter beruflicher Leistungsfähigkeit. Nicht jede Erschöpfung ist daher automatisch ein Burnout. Entscheidend ist, die individuelle Belastung und mögliche andere Ursachen genauer zu betrachten.

Es gibt keinen festen Zeitpunkt, ab dem Stress „schlimm genug“ sein muss, um Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Sinnvoll kann Hilfe sein, wenn Belastung über längere Zeit bestehen bleibt, Erholung kaum noch gelingt oder Stress zunehmend den Alltag und das eigene Wohlbefinden beeinflusst. Auch Schlafprobleme, anhaltende Erschöpfung, starke innere Anspannung oder körperliche Beschwerden können Hinweise darauf sein, die eigene Situation genauer anzusehen. Sie müssen nicht warten, bis gar nichts mehr geht. Psychotherapie kann auch dabei unterstützen, frühzeitig zu verstehen, was belastet und welche Veränderungen hilfreich sein könnten.

Ja. Psychotherapie kann dabei unterstützen, die Ursachen und aufrechterhaltenden Faktoren der eigenen Belastung besser zu verstehen und einen hilfreichen Umgang damit zu entwickeln. Dabei können beispielsweise Leistungsdruck, hohe Ansprüche, Schwierigkeiten beim Abschalten, Grübeln oder das Wahrnehmen und Setzen eigener Grenzen eine Rolle spielen. Gemeinsam kann betrachtet werden, was im eigenen Alltag tatsächlich verändert werden kann und was es braucht, um mit unvermeidbaren Belastungen besser umzugehen. Ziel ist nicht ein Leben ohne Stress, sondern ein Umgang damit, bei dem die eigenen Bedürfnisse, Grenzen und Möglichkeiten ausreichend Raum bekommen.Ja. Viele autistische Menschen erleben im Laufe ihres Lebens zusätzliche psychische Belastungen, beispielsweise Ängste, Depressionen, Erschöpfung oder ein geringes Selbstwertgefühl. Häufig entstehen diese nicht durch den Autismus selbst, sondern durch die dauerhafte Belastung im Alltag, wiederkehrende Missverständnisse oder das ständige Anpassen an die Erwartungen anderer. Psychotherapie kann dabei helfen, diese Begleiterkrankungen zu behandeln, die eigenen Bedürfnisse besser wahrzunehmen und einen hilfreichen Umgang mit belastenden Situationen zu entwickeln.

Der nächste Schritt

Wenn Sie sich in einigen dieser Erfahrungen wiedererkennen und sich Unterstützung wünschen, können wir uns gemeinsam ansehen, was Sie derzeit belastet und was Ihnen helfen könnte. Gerne können wir uns dafür in einem Erstgespräch kennenlernen.

Kontaktinfo

Andreas Rudolf, BA (CE)
Psychotherapeut in Ausbildung unter Supervision

Praxisadresse
Stuwerstraße 23 / Top 39, 1020 Wien

E-Mail
praxis@psychotherapie-rudolf.at

Tel.
0677 6114 6304

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